ANATA The Infernal Depths of HatredIn jungen Jahren begann ich meine Arbeit als Musikkritiker beim lokalen Musikmagazin „Feedback“, dort besuchte ich nicht nur überwiegend Konzerte regionaler Bands, sondern wurde auch von der Redaktion mit CDs bemustert. CDs, die außer mir keiner haben wollte, weder hören noch geschweige denn besprechen, denn sie waren „brutal“, „unsittlich“ oder „antichristlich“, was in den wenigsten Fällen der Fall war, aber mir dennoch einige Perlen bescherte. Eine davon war die Promo-CD einer jungen Band namens ANATA. Einmal angehört kam die Scheibe kaum noch aus meinem Player, denn diese Melodien gepaart treibenden Drums, feurigen Riffs und einem brutalen Gesang aus der Hölle hatten es mir direkt angetan, auch wenn die Mucke an sich gar nicht mein Ressort war.

Auch wenn sich diese junge Truppe für mich schon gefährlich nahe am Black Metal aufhielt, war sie doch mehr und mehr mein Fall, und ich freute mich, eine neue unverbrauchte Band kennengelernt zu haben, die damals in der internetlosen Zeit auch ziemlich schwer aufzufinden war.
Wie so oft wurde die Dauerrotation nach einiger Zeit durch andere Platten abgelöst, so dass sie schon fast in Vergessenheit geriet, und nun wirkt es wie ein Schicksalsschlag, dass ich erst vor kurzem die Platte wieder auflegte und quasi zeitgleich die Wiederveröffentlichung ins Haus flatterte. Ziemlich unglaubwürdig – eine Band aus Schweden, die beim damals eher kleinen Label Season Of Mist ihr Debüt vor 18 Jahren herausbrachten und dessen Nachfolgewerke kaum Beachtung fanden, wird nun wiederveröffentlicht, und das nicht beim Original Label, die sonst so viele Re-Releases anbieten?

Damals bekam ich eine Promo im Pappschuber, viel mehr Infomaterial gab es nicht, und heute verhält sich das nicht viel anders, außer dass man alles im Netz nachlesen kann.
Diesem sensationellen Debüt folgten demnach noch vier weitere Alben bis ins Jahr 2011, von denen ich aber all die Jahre nie was mitbekommen habe, dies nun aber wohl nachholen werde. Von wegen Eintagsfliege – eine Band dieses Kalibers darf auch nicht schon nach einem Album den Löffel reichen. Gerade damals, als das Album herauskam, hing das Erbe von ATHEIST und CYNIC noch schwer im Genick, was einem direkten Durchbruch eigentlich Tür und Tor hätte öffnen müssen.

Nun hat sich zumindest KaosKvlt Records diesem Klassiker erneut angenommen, und die Lust, dieses Album wie früher immer und immer wieder zu hören, zeugt von der zeitlosen und unsterblichen Art und Weise, wie hier musiziert wurde. Als Geschenk gibt es dann zudem noch passenderweise einen Bonustrack in Form der Coverversion von „Day Of Suffering“ von MORBID ANGEL, die damals auch zu den ganz Großen zählten. Da bricht das Fieber wieder aus, und man ist wieder halb so alt wie jetzt. Ich wusste doch, dass Musik jung hält, zumindest im Schädel.

Auch wenn ich hier keine Note abgebe, so verdient dieses Album bei mir höchsten Respekt in der Welt des technischen Death- und Black Metals, und mit dieser Wiederveröffentlichung gebührt man ihm auch den nötigen und vor allem gebührenden Respekt. (Jochen)

 


Bewertung:

Jochen0,0 - / -


Anzahl der Songs: 9
Spielzeit: 45:12 min
Label: KaosKvlt Records
Veröffentlichungstermin: 21.10.2016

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