Cancer ToTheGoryEndDie guten alten Frühneunziger und ihr wegweisender Death Metal! Florida war damals die Brutstätte eben jener Szene, die Vertreter wollten alle zu Scott Burns bzw. ins Morrisound Studio, um eben diesen Florida Death Metal auch mit dem einzig wahren Sound aufzunehmen. Der sagenhafte Erfolg blieb dennoch bei so mancher Band aus, selbst wenn sie eigentlich nicht viel anders machten als die erfolgreichen Bands. Um auf sich aufmerksam zu machen unter der Schwemme von jungen Todesmetallern, bediente man sich gerne dem passenden Gore-Thema und versuchte, dies bis zum äußersten Extrem zu führen.
Wenn man sich schon offensichtlich nicht an dem Sternbild bei der Namensgebung orientiert, dann ist auch ganz schnell klar, wohin die musikalische Thematik führen soll – Tod, Verderben, Ausrottung, Weltuntergang.

Wenn man diese unerwünschten Ereignisse dann auch noch propagiert statt sie zu bekämpfen, kam man so auch schnell ins Gespräch, abgesehen von der Musik. Dann bekommt man erst einmal das Cover zensiert und durch ein neutrales Artwork ersetzt, bis ein zwar ebenso schauriges, aber rechtlich einwandfreies Gemälde die Neuauflage ziert. Jetzt ist man im Gespräch, die Suche nach der Platte mit Originalcover ist voll im Gange. Jetzt bekommt man auch noch Schwierigkeiten mit einem Songtitel, der mit dem scheinbar skandalösen Titel „Get Some Fucking Cancer" auch im Land der Freiheiten eindeutig zu weit geht. Es wird ein Songtitel namens „Cancer Fucking Cancer" in die Kurzform „C.F.C." umgewandelt, die Medien beruhigen sich, und der Bandname CANCER ist nicht nur im Untergrund bzw. weit über die Grenzen Amerikas bekannt.

Die Musik wurde bis dato noch gar nicht angesprochen. Das ist auch eigentlich nicht notwendig, wenn auch CANCER ihren eigenen Stil inne hatten. Die Produktion von Scott Burns ließ die Veröffentlichungen in die Reihen anderer namhafter Todesbleikandidaten einordnen, und Touren mit eben diesen Bands taten ihr Übriges.
„To The Gory End" in der remasterten Version poltert ähnlich aus den Boxen wie vor 25 Jahren, wobei das Intro des Titelsongs immer noch besser klingt als der Rest. Die Songs mit netten Titeln wie „Into The Acid" oder „Die Die" haben nur leicht den Demostatus überschritten und klingen auch nicht immer homogen eingespielt. A propos Demo: Als Bonus gibt es noch 2 Demotracks, die einen wirklich verwundern, dass es Ende der Achtziger tatsächlich möglich war, damit einen Plattenvertrag an Land zu ziehen; nicht wegen des miesen Sounds, sondern wegen des echt miesen Songwritings.

Auch wenn ich erst mit dem 2. Album „Death Shall Rise" auf CANCER aufmerksam wurde, so hat das Debüt nach wie vor nicht an Charme und Klasse verloren. Der Re-Release wird aber wohl in erster Linie nur für das Label interessant bzw. notwendig gewesen sein. (Jochen)


Bewertung: - / -

Anzahl der Songs: 11
Spielzeit: 43:28 min
Label: Cyclone Empire
Veröffentlichungstermin: 08.08.2014

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