usurpress interregnumAls "Interregnum" (lateinisch für „Zwischenregierung“; Plural: Interregna) bezeichnet man laut Wikipedia eine Übergangsregierung oder den Zeitraum, in dem eine solche herrscht; insbesondere in Wahlmonarchien die Zeit zwischen dem Abdanken oder Ableben eines Regenten und der Amtsaufnahme seines Nachfolgers. Dies aber nur am Rande und zur Erklärung des Titels des am 23.02. erschienenen neuem USURPRESS-Album. Die Schweden existieren bereits seit 2010 und haben bis dato ein Demo, eine EP, drei Split-Alben, sowie zwei Studioalben veröffentlicht. Unproduktivität kann man ihnen also beileibe nicht vorwerfen.

Ich persönlich wurde erstmals 2014 auf die Band aufmerksam, als sie mit „Ordained“ ihr zweites Studioalbum veröffentlichte. Dieses fand ich damals jedoch wenig gelungen, was auch an der uninspiriert und lustlos wirkenden Gesangsleistung von Sänger Stefan Pettersson lag. Auf dem 2016 erschienenen „The Regal Tribe“ gefiel mir das Gebotene dann schon deutlich besser, auch weil die Schweden sich hier um einiges abwechslungsreicher und offener für andere Einflüsse zeigten.

„Interregnum“ ist nun also bereits das vierte Album der Band und gleichzeitig das erste in der Besetzung Stefan Pettersson (Gesang), Påhl Sundström (Gitarre), Daniel Ekeroth (Bass), den manche als Autor von „Swedish Death Metal“ kennen dürften, Stefan Hildman (Schlagzeug) und Erik Sundström (Keyboards). Die Scheibe beginnt recht vielversprechend mit dem atmosphärischen und von einer ruhigen Erzählerstimme begleiteten „A Place In The Pantheon“. Hier merkt man bereits, dass Keyboarder Sundström eigentlich im Ambient/Trance zuhause ist. Mit dem darauf folgenden Titelsong hagelt es dann den klassischen Schwedentod der Marke ENTOMBED, ehe Schlagzeuger Hildman bei „In Books Without Pages“ zeigen darf, dass er eigentlich vom Fusion-Jazz kommt und Pettersson an einigen Stellen den düsteren Klargesang auspackt, der nach meinem Empfinden besser zu ihm passt als die nicht wirklich gelungenen Growls. Das Highlight der sieben auf „Interregnum“ enthaltenen Stücke ist jedoch ganz klar „Late In The 11th Hour“, das ein wenig an alte OPETH erinnert.

Trotz wirklich guter Ansätze können USURPRESS auch auf ihrem vierten Album nicht ganz überzeugen. Das liegt daran, dass die verschiedenen Teile ihres Sounds nicht immer harmonieren, wie es zum Beispiel bei der Nummer „Ships Of Black Glass“ der Fall ist. Teilweise vermisst man hier noch den roten Faden. Spielerisch sind die Musiker natürlich über jeden Zweifel erhaben. Jetzt fehlt nur noch die Entscheidung, wohin es denn nun musikalisch gehen soll, wobei mir persönlich die atmosphärischen Teile mit Klargesang besser gefallen und das nächste Album könnte richtig interessant werden. (Matthias)

Bewertung:

Matthias6,5 6,5 / 10

Anzahl der Songs: 7
Spielzeit: 39:07 min
Label: Agonia Records
Veröffentlichungstermin: 23.02.2018

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