unleashthearchers apexDas österreichische Label Napalm Records hat in letzter Zeit ein gutes Händchen für herausragende „Female-Fronted“ Bands abseits des umkämpften Symphonic Metal Marktes entwickelt. Innerhalb von ein paar Wochen kamen neue Platten über Napalm in die Läden von KOBRA AND THE LOTUS („Prevail I“), SEVEN KINGDOMS („Decennium“) und auch von der hier zu Grunde liegenden Band UNLEASH THE ARCHERS („Apex“), die eine besondere Aufmerksamkeit verdient.

enslaved roadburnliveMittlerweile haben die norwegischen Pagan Metal-Erneuerer dreizehn Alben auf der Habenseite, Nummer vierzehn steht schon in der Startlöchern, doch eine offizielle Liveveröffentlichung war bislang nicht zu haben. Das liegt vor allem daran, dass die Band kein Freund von Konzertscheiben ist, weil ihrer Meinung nach die Atmosphäre und Energie zwischen Bühne und Publikum nicht wirklich eingefangen werden kann. Dabei zählen ENSLAVED zu den besten Liveformationen ihres Genres, gerade weil sie mit steter Entwicklung immer authentisch waren. Eines ihrer Lieblingsfestivals ist das Roadburn in Holland, welches sie auch schon kuratiert haben. Gerne ließen die Musiker verlauten, dass sie nur hier einen Gig für die Konserve festhalten würden. Da sie Stammgast sind, boten sich einige Auftritte an, letzten Endes wurde der von 2015 auf "Roadburn Live" festgehalten.

sevenkingdoms decenniumWenn eine Band einen Titel namens „Stargazer“ veröffentlicht, dann weckt das automatisch mein Interesse. Einmal aus persönlichen Gründen, einige wenige werden nun wissen warum, und einmal aus dem Grund, dass man sich als Band genau überlegen sollte, ob man einem seiner eigenen Songs genau diesen Titel gibt, schließlich heißt einer der besten jemals geschriebenen und aufgenommen Songs genau so: „Stargazer“ (RAINBOW 1976). Die mir bis dato nicht wirklich bekannte Band SEVEN KINGDOMS aus den USA hat genau das getan und den Opener des aktuellen Albums „Decennium“ so getauft und was soll ich sagen. Nicht nur besagter Opener haut mich um, sondern die komplette Platte ist der Wahnsinn.

kobraandthelotus prevailiWenn es aktuell eine „Female-Fronted“ Heavy Metal Band gibt, die den kommerziellen Aufstieg von der zweiten in die erste Liga schaffen kann, dann sind das meiner Einschätzung nach KOBRA AND THE LOTUS aus Kanada. Zwar hat die von Sängerin Kobra Paige gegründete Band 2009 und 2012 bereits zwei mehr oder weniger untergegangene Alben veröffentlicht, so richtig auf sich aufmerksam machen konnte man erst mit dem Drittwerk „High Priestess“, dem auch wir Ende 2014 ein positives Review widmeten.

unisonic liveinwackenNicht nur, aber auch in der so genannten „Plattenindustrie“ spricht man gerne von Sommerloch, wenn es um den Veröffentlichungszyklus von Alben geht. Man kennt das, wichtige Veröffentlichungen gibt es in den Sommermonaten kaum, über wenig Arbeit kann man sich als Musikjournalist aber auch nicht beklagen, denn es gibt ja noch Compilations, Best-Ofs, Re-Releases und Livealben, die man auf den Markt werfen kann.

avatarium hurricanesandhalosAls AVATARIUM 2013 mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum auf der Bildfläche erschienen, musste man noch davon ausgehen, dass es sich bei AVATARIUM nur um ein weiteres Projekt des hyperaktiven CANDLEMASS Schöpfers Leif Edling handeln könnte. In der Tat hatte das Debüt so etwas von CANDLEMASS-artigem Doom Rock/Metal mit Frauengesang, doch bereits mit dem Zweitwerk „The Girl With The Raven Mask“ konnte sich die Band emanzipieren und beim dritten Studioalbum, das bereits im Mai erschienen ist, sieht es nun so aus, dass Leif Edling gar nicht mehr offiziell zum Line-Up der Band gehört. Gleichwohl hat er einen Großteil des Songmaterials von „Hurricanes And Halos“ komponiert.

sevenspires solveigÜberschlägt man gedanklich, wie viele amerikanische Bands es im symphonischen Heavy Metal zu Ruhm und Ehre gebracht haben, dann fallen einem nicht gerade wahnsinnig viele ein. Eric Rutan hat es um die 2000er Jahreswende mal mit seinem Projekt ALAS probiert, das dazugehörige Album „Absolute Purity“ (2001) konnte man gut hören, nachhaltig beeindrucken konnte man damit nicht.
Man kann es drehen und wenden wie man will, symphonischer Heavy Metal ist klar eine europäische Domäne, von daher wirken SEVEN SPIRES aus den Vereinigten Staaten fast wie Außenseiter der Szene.

rage seasonsoftheblackRAGE begleiten mich schon seit ich, vor mittlerweile 30 Jahren, anfing mich für Heavy Metal und seine zahlreichen Stilrichtungen zu interessieren. Irgendwie kann man sagen, dass die Band wie ein alter Bekannter ist. Zwar habe ich nicht immer mitbekommen, was die Truppe in dieser langen Zeit so alles getrieben hat – was bei mittlerweile 23 veröffentlichten Alben schon einmal vorkommen kann – und zeitweise gerieten die Herner auch aus meinem Fokus, im Hinterkopf waren RAGE bei mir jedoch stets präsent.

The Lurking Fear 2017Der Name Tomas Lindberg ist wohl jedem geläufig, er ist aus der harten skandinavischen Kante kaum wegzudenken. Beginnend als Shouter von AT THE GATES hat er sich schon bei vielen, teils namhaften Bands hoch geschrien mit seinem unverwechselbaren Organ. So wie es aussieht macht er das auch nur so lange wie er Bock darauf hat. Und wenn es zuviel wird, quittiert er den Dienst bei der einen Band und stellt sich einer anderen vor.

nuclearwarfare empoweredbyhateDie Stuttgarter NUCLEAR WARFARE existieren bereits seit 2002. In den letzten 15 Jahren haben sich die Schwaben im deutschen Untergrund einen Namen gemacht und bisher vier Alben veröffentlicht. Mit „Empowered By Hate“ erscheint nun am 04.08. das fünfte Album der Band. Seit der letzten Veröffentlichung „Just Fucking Thrash“ (2014) hat sich im Lager von NUCLEAR WARFARE einiges getan. So tourte man 2014 erstmals durch Brasilien. Leider verlies aber auch mit Miri die damalige Schlagzeugerin nach 11 Jahren die Truppe. Mit dem Brasilianer Alex hat man jedoch einen gleichwertigen Ersatz gefunden.

antichrist sinfulbirth„Forbidden World“, das Debüt von Schwedens ANTICHRIST erschien vor 6 Jahren und ist in Retro-Thrash-Kreisen so etwas wie ein kleiner Klassiker. Mit seiner gefälligen Hommage an old SLAYER, DARK ANGEL, DESTRUCTION oder SACRIFICE traf man (regelrecht) ins Schwarze. Das Ding war sehr primitiv, null abwechslungsreich, aber sehr effektiv. Leider kann man das vom neuen Rundling „Sinful Birth“ nicht behaupten. Obwohl die Marschrichtung eigentlich beibehalten wurde und eine weitere Retro-Thrash-Scheibe in die Umlaufbahn geschossen wurde.

all41 theworldsbesthopeLange war es still um Ausnahmesänger Terry Brock, der einst als Kandidat für DEEP PURPLE gehandelt wurde, als er in Diensten der Schotten STRANGEWAYS stand. Doch in den letzten Jahren hat er mit seiner damaligen Formation, GIANT, dem ROTH BROCK PROJECT oder solo einige Scheiben auf den Markt geworfen. Natürlich hat er bei seinem Label Frontiers da auch freie Hand für, denn die Italiener sind immer für neue Projekte offen. Nun hat er mit ALL 4 1 ein Quartett aus dem Hut gezaubert, bei dem er wieder einige bekannte Gesichter zusammen getrommelt hat. THREE-Bassist Robert Berry dürfte noch der unbekannteste sein, dessen Rhythmuspartner Matt Starr rührt bei Ace Frehley die Kessel und übernahm bei MR. BIG den Drumschemel vom erkrankten Pat Torpey. Und mit Gary Pihl konnte Brock einen echten Hochkaräter verpflichten. Einst treuer Gefolgsmann von SAMMY HAGAR schloss er sich nach dessen Einstieg bei VAN HALEN BOSTON an. Damit ist man gut gewappnet, um die Hoffnungen an das Debüt "World´s Best Hope" auch zu erfüllen.

def leppard hysteria 30th anniversary edition31. Dezember 1984. Fast ein Jahr ist es her, dass DEF LEPPARD mit ihrem Album „Pyromania“ durch die Decke schossen. Ein Hard-Rock Album par excellence, das bereits vermuten ließ, wohin sich die Band entwickeln würde. Durch die extreme Produktion und den Einfluss von Mutt Lange sollten DEF LEPPARD eine Weltmacht werden. Kurzzeitig müssen diese Pläne aber auf Eis gelegt werden, als Schlagzeuger Rick Allen an jenem verheißungsvollen Silvester-Abend einen schrecklichen Autounfall hat und dabei seinen linken Arm verliert.

rex brown smokeNach DOWN, KILL DEVIL HILL und natürlich seiner ehemaligen Hauptband PANTERA bringt der Bassist REX BROWN in diesem Jahr endlich seine erste Soloplatte raus. Darauf ist der Bassist sogar selbst am Gesang zu hören.

broadside paradiseBei der momentanen Wetterlage in Deutschland kann man schon fast in Depressionen verfallen. Da kommt alles, was die Stimmung hebt, und sei es auch nur in musikalischer Form, gerade Recht. Mit „Paradise“ schicken sich die eigentlich aus Richmond, Virginia stammenden, jedoch mittlerweile ins sonnige Los Angeles übergesiedelten, BROADSIDE nun an ein wenig gute Laune bei ihren Hörern zu verbreiten. Dabei geht die Truppe den bereits auf ihrem 2015er-Debüt „Old Bones“ eingeschlagenen Weg konsequent weiter.

thetangent slowrustmachineryEs scheint, als habe sich ein zwei-Jahres-Rhythmus bei den Retroproggern eingestellt, zumindest erschienen die letzten Alben immer gegen Mitte ungerader Jahre. Mit mittlerweile 58 Lenzen hat Mastermind Andy Tillison noch nicht so viele Alben auf dem Buckel, weswegen er seine Kreativität ungebremst strömen lässt. Seine Hintermannschaft hat er hingegen weiter verjüngt, Luke Machin hat die dreißig noch nicht voll, ist aber immer stärker bei THE TANGENT integriert. Auf dem neuesten Werk "The Slow Rust Of Forgotten Machinery" übernimmt er die Rolle des Produzenten und hat Marie-Eve De Gaultier, die Keyboarderin seiner eigenen Formation MASCHINE, mit in die Band gebracht. Das eröffnete Tillison die Möglichkeit, sich anderweitig auszutoben und für einen fehlenden Schlagzeuger in die Bresche zu springen. Zwar spielt er Drums schon seit dreißig Jahren, doch nun zum ersten Mal auf einem Album seiner Canterbury-Formation.

inthismoment ritualDass Theorie und Praxis zwei Paar Schuhe sind, dafür ist das neue Album der Amis von IN THIS MOMENT ein Paradebeispiel. Angekündigt wird es seitens der Band damit, dass „Ritual“ organischer, weniger elektronisch und bluesiger klingen soll als der erfolgreiche Vorgänger „Black Widow“. Das klingt erst einmal prima, denn man kann es drehen und wenden wie man will, die Band, die 2007 bei „Beautiful Tragedy“ im Metalcore gestartet ist, um dann mit „The Dream“ (2008) und zum Teil auch mit „A Star-Crossed Wasteland“ (2010) nicht ganz unerfolgreich typischen amerikanischen modernen Alternative Rock zu machen, ist künstlerisch in eine Sackgasse geraten. „Blood“ war eine Vollkatastrophe, „Black Widow“ habe ich danach aus Überzeugung ignoriert, die eingangs erwähnte Theorie ("Blues" etc.) hat mich dann neugierig gemacht und wieder an die Band zurückgeführt, damit ich beim ersten Hören von „Ritual“ dann feststellen kann, dass das Album so ziemlich alles ist, nur nicht organisch und auch nicht bluesig.

pristine ninjaDie norwegische Band um die Sängerin Heidi Solheim gehörte nicht nur für mich im letzten Jahr zu den Newcomern des Jahres, das im Januar 2016 hierzulande veröffentlichte „Reboot“ hatte jedenfalls alles, was ein gutes Album brauchte. Die Einordnung Newcomer stimmt dabei gar nicht so ganz genau, denn die Band aus Tromsö existiert bereits seit einigen Jahren und kann bereits auf drei Studioalben zurückblicken, „Detoxing“ und „No Regret“ erschienen allerdings offiziell nur in Norwegen, „Reboot“ war dann immerhin auch in Deutschland halbwegs vernünftig erhältlich.

cromonic timeDiese Schweden hier sind auch keine Anfänger mehr. Sieht man sowohl auf den Fotos, aber man hört es auch. Zumindest Sänger Pasi Humppi und Gitarrist Patrik von Porat sind noch bekannt von FRETERNIA. CROMONIC gehen in eine ähnliche Richtung: typisch skandinavischer Melodic Metal mit Einhörnern und Fantasylyrics. Ab und an ist die Grenze zum Kitsch erreicht, aber man muss der Band sein gewisses Maß spielerischen Können und ein gutes Songwriting attestieren.

powerflo powerfloFür mein Empfinden verwenden Musikjournalisten inzwischen die Bezeichnung „Supergroup“ ein wenig zu inflationär. Wird doch mittlerweile jede neue Band, die aus Mitgliedern halbwegs bekannter Acts besteht, sofort mit dieser Bezeichnung belegt. Dabei verfügen die meisten dieser so genannten Startruppen über die Langlebigkeit einer Portion Fast Food und ihre Musik ist oft ebenso gehaltvoll wie eine Portion desselbigen. Mit POWERFLO ist nun die nächste Ansammlung bekannter Musiker am Start und auch hier wird schon wieder bereitwillig der Stempel mit der Aufschrift „Supergroup“ aus der imaginären Schublade gekramt.


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