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thenealmorseband morsefest2015Fast ganz genau pünktlich auf den Tag zum Start der Deutschlanddaten der „The Road Called Home“ Tour erscheint eine weitere Livezusammenstellung von Neal Morse und seiner THE NEAL MORSE BAND. Sie trägt den Kurztitel „Morsefest 2015“ oder vollständig „Morsefest 2015 - ? And Sola Scriptura Live“.

Damit ist bereits grob der Inhalt dieses Packages umschrieben, das als 2DVD + 4CD Edition und als 2BD Edition erhältlich sein wird, letztere bildet die Grundlage für diese Kritik. Bei den extra veranstalteten „Morsefest“s ist es eine Tradition, dass komplette Alben der nicht gerade kurzen Diskografie von Neal Morse aufgeführt werden, im Jahr 2015 waren eben „? (Question Mark)“ (2005) und „Sola Scriptura“ (2007) an der Reihe. In einem persönlichen Rückblick kann ich mich noch gut an die damalige „Question Mark“ Tour hierzulande erinnern, als Neal Morse bei seinem Konzert in Kelsterbach viele der eintreffenden Fans 15 Minuten vor Showbeginn noch persönlich mit ein paar netten Worten begrüßt hatte. Auch „Sola Scriptura“ habe ich auf der damaligen Tour in Aschaffenburg in großen Teilen bereits live gehört, wenngleich dieses eines von ganz wenigen Neal Morse Album ist, das mir persönlich nicht ganz so viel bedeutet.

Zurück zu vorliegender abendfüllender Veröffentlichung, fällt mir nach einmaliger Begutachtung nur ein Wort ein: Respekt!
Respekt für die gesamte Band, die an zwei Abenden ein etwa fünfstündiges Programm geboten hat, quasi einmal und dann nie wieder, und Respekt dafür, wie man das Ganze in Bild und Ton festgehalten hat.
Konzertmitschnitte sind vor allem dann etwas Besonderes, wenn man beim Anschauen zuhause ständig das Gefühl hat, verdammt da wäre ich gerne dabei gewesen. Und genau das ist hier definitiv der Fall, im Gegensatz zur „Alive Again“ DVD der THE NEAL MORSE BAND beispielsweise, die 2016 herausgekommen ist und gemessen an dem normalen Standard von Neal Morse nur in Ordnung ist.

Auf diesem „Morsefest 2015“ Doppeldecker gibt es wirklich das volle Programm, bekannte Gastmusiker, klassische Instrumente, Background Sängerinnen, ein Chor, Tänzerinnen, mehrere Videoscreens und dazu eine Band, die eine mehr als beachtliche Performance bei beiden Teilen anbietet. Hier hat sich über die Jahre wirklich eine Band gefunden, bei der jeder einzelne Musiker zu großem Imstande ist, wenngleich es natürlich leicht fällt Mike Portnoy herauszuheben, bei dem ich es immer wieder bewundernswert finde, wie er es bei all seinen Projekten und Bands schafft, perfekt vorbereitet und große Egotrips ein fünf Stunden Programm durchzuziehen. Respekt!

Letzteres gilt auch ohne Einschränkungen für die Setlist an beiden Abenden, wie gesagt „? (Question Mark)“ und „Sola Scriptura“ sind klar, zudem gibt es auch noch SPOCK’S BEARD Sachen wie „Go The Way You Go“, „At The End Of The Day“ und „Wind At My Back“, das sind zusammen auch fast 40 Minuten Musik, es gibt ein längeres „Whirlwind Medley“ und als allergrößte Sensation „A Whole Nother Trip“, der epische 25-minütige Longtrack des ersten Neal Morse Soloalbums, der vorher noch nie live gespielt worden ist.

Wenn es nun noch etwas negativ zu begutachten gibt bei den aufgezeichneten Konzerten, dann ist es die Location, denn diese hat überhaupt kein Flair oder kann irgendetwas Besonderes vermitteln, einfach nur ein steriler Raum mit weißen Wänden, der normalerweise als so eine Art Gemeindezentrum oder ähnliches zu dienen scheint. Sei’s drum.

Fassen wir an diesem Punkt zusammen: „Morsefest 2015“ wird vollkommen zu Recht als „epochales Konzertevent“ angepriesen und setzt tatsächlich so etwas wie ein Maßstab und man fragt sich wirklich ganz ernsthaft, was Neal Morse zukünftig noch machen kann, um das hier nochmals zu toppen. Klarer Fall von Pflichtanschaffung und mehrere Abende sind gerettet! (Maik)


Bewertung: 

Maik 20169,5 9,5 / 10

Anzahl der Songs: 30
Spielzeit: ca. 300 min
Label: Radiant Records/Metal Blade
Veröffentlichungstermin: 24.03.2017

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